by Elizabeth Ward
In: 60 Jahre “Nackt unter Wölfen”: Zwischen Mythos, internationaler Filmgeschichte und regionaler Erinnerungskultur edited by Michael Grisko, Helene Marie Brühl, Philip Bunk, Thaddäus Kunz, Elisa Maier, Sascha Mohnke, Emilia Paeseler, and Paula Milena Weise
Leipziger Universitätsverlag, 2023
Der antifaschistische Film wurde vom Ministerium für Kultur als die „erste große Traditionslinie“ des DDR-Films bezeichnet. Es wäre jedoch unzureichend, das Genre oder die kulturpolitischen Kontexte, in denen Filme gedreht wurden und erschienen sind, als einheitlich oder unveränderlich anzusehen. Frank Beyers Filmografie ist mit dem Genre des antifaschistischen Films eng verbunden, aber seine Filme dienen keineswegs nur als audiovisuelle Plattform für die Affirmation staatlicher Selbstdarstellungen, sondern eröffnen auch neue und alternative Perspektiven auf die Vergangenheit. Beyer erklärte später rückblickend, er habe sich zwar „nicht zu einem Spezialisten für antifaschistische Themen entwickeln“ wollen, aber dass „die Zeit zwischen 1933 und 1945 über Jahre für [ihn] dominierend wurde, hing freilich auch damit zusammen, dass die Kulturpolitik zwar theoretisch forderte, konfliktreiche Gegenwartsgeschichten zu schreiben, dass man in der Praxis damit aber immer wieder scheiterte“. Der Antifaschismus ist sicherlich ein „Leitmotiv“ in Beyers Karriere geworden, zeigen Beyers antifaschistische Filme aber auch wichtige Entwicklungen nicht nur seiner Karriere, sondern auch im antifaschistischen Film der DDR.
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